Mettmenstetten

Megalithen und Alignements auf dem Homberg

Sibylle Heimgartner


Im Internet wurde ich auf das vielversprechende Büchlein „Stonehenge im Säuliamt“ von Richard Walker aufmerksam. Sogleich besorgte ich es mir aus der Zentralbibliothek Zürich und machte mich kurz darauf auf den Weg mit der S-Bahn nach Affoltern am Albis. Von da aus wollte ich über den Homberg nach Mettmenstetten wandern und alle von Walker angegebenen Megalithen in diesem Gebiet aufsuchen.

Bereits beim Weiler Grüt direkt am Strässchen gab es einen schönen Lochstein zu bewundern. Die Ausrichtung des Loches ist laut Walker (2007: 17) ziemlich exakt in Ost-West-Richtung, was eine kultische Funktion des Steines wahrscheinlich macht.

Wieder im Wald fand ich den aufgestellten Menhir Sarhau (Walker 2007: 19) und auf einer Anhöhe in Nähe ebenfalls einen ganzen Haufen interessanter Steine, die Walker aber nicht erwähnt. Mein Fieber war gepackt, ich streifte bald kreuz und quer durch das Dickicht und untersuchte alle möglichen Steine und Steinhaufen insbesondere auf den Anhöhen. Es gäbe noch so viel zu entdecken! Wenn nur der Wald nicht wäre. Es war fast unmöglich irgendwelche Sichtlinien auszumachen. Zudem waren die Alpen im Dunst fast unsichtbar. Einen Bezug zu den Bergen herzustellen, wäre eine interessante Weiterführung der Studie von Walker.

Highlights des Ausflugs waren die „Alignements“ oder Steinreihen. Ich wusste nicht, dass es solche sozusagen vor meiner Haustüre gibt! Direkt am Wanderweg auf der rechten Seite verlief die erste Reihe „Standort Grüthau“ in Nord-Südrichtung. Die Steine waren ziemlich gross und dicht aneinander gereiht (Walker 2007: 18). Im Sonnenlicht ein toller Anblick!

Südlich der Waldhütte im Fuchsrain gab es ein treppenförmiges Gebilde, das ebenfalls mit anderen präzise ausgerichteten Blöcken in Verbindung steht (eine Linie zum Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende, eine andere in westliche Richtung) (Walker 2007: 16). Da leider hier das Dickicht besonders dicht wucherte, war nichts ausmachen.

Nördlich der Homberger Weid auf einem Plateau hat Walker einen Steinkreis entdeckt (2007: 12-14). Ich fand ihn relativ gut. Die Lage ist passend. Leider sind die Steine ziemlich in der Erde versteckt, doch der Cromlech ist auszumachen. Auch hier gab es Tannenwald, so dass die Bezüge und Linien mit anderen Steinen schwierig zu erkennen waren. Trotzdem war es ein schöner und besonderer Ort. Eindrücklich war ein grosser rautenförmiger Stein.

Vor der Homberger Weid nahm ich einen kleinen Reitpfad links den Hügel hinauf, der dann bald in einen breiteren Weg und nach unten führte. Ich lief um den Hügel herum und war bald oberhalb der Wellenweid von Herferswil bei der schönsten Steinreihe des Tages. Es ist ein L-förmiges Alignement, das relativ gut erhalten ist. Wie toll! Ich war beeindruckt.





Ein schön hergerichteter kleiner Stein-Altar, deutet darauf hin, dass der Ort geachtet und gehütet wird. Ich bereicherte ihn mit einer kleinen Gabe.




Doch die Entdeckungen waren noch nicht zu Ende. Auf dem Rückweg Richtung Mettmenstetten immer noch auf dem Homberg kam ich an einem riesigen, wunderschönen Menhir vorbei, der erhaben die Kreuzung bewacht (Walker 2007: 11).


Vor dem Abstieg gleich beim Anfang des schmalen Wanderweges lag der Gnappstein, (Walker 2007: 15). Er befindet sich direkt vor dem Austritt eines hübschen Bächleins. An diesem Ort verweilte ich lange und liess die vielen Eindrücke Revue passieren.


Mettmenstetten und der Homberg fürwahr ein Ort voller Megalithen wie aus einer anderen Zeit!

Übrigens war keines der Fundobjekte angeschrieben oder als solches bezeichnet. Mit dem Heft von Walker sind die Objekte aber gut zu finden. Ich hoffe, die Objekte werden weiterhin geschätzt, geschützt, gehegt und gepflegt.


Quellen und Links

Walker, Richard: Stonehenge im Säuliamt (2007) (richiwalker@bluewin.ch)

Stonehenge im Säuliamt

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Sibylle Heimgartner

März 2015