Bad Zurzach

Verenamünster: Grabstätte und Heilquelle der heiligen Verena


Sibylle Heimgartner

Bad Zurzach liegt direkt am Rhein an der Grenze zu Deutschland. Das Gebiet wurde bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Zu keltischer Zeit hiess der Ort Tenedo, der später von den Römern übernommen wurde. In Richtung Rheinbrücke auf dem „Kirchlibuck“ zeugen noch Mauerreste davon. Der Sage nach soll die heilige Verena von Solothurn her über Koblenz auf einem Mühlstein die Aare hinauf gefahren sein. Sie diente hier als Pfarrersmagd und vollbrachte viele Wunder, bis sie im Jahre 344 starb.

Aufgrund der Lage entwickelte sich Bad Zurzach zu einem Handelsknotenpunkt und einem der wichtigsten Messeorte der Schweiz. Auch zu der Grabstätte der Verena pilgerten die Menschen, und es wurde so zu einem bekannten Wallfahrtsort. Um das Jahr 1000 entstand ein mächtiger karolingischer Kirchenbau. Frauen von überall her suchten den Ort am 1. September, dem Verenatag, auf und baten um Kindersegen und Glück.



Neben der Grabstätte befindet sich auch eine Quelle, die leider eingekerkert ist wie das Grabmahl selbst. Die Verena ist aber wunderschön anzuschauen mit ihren wallenden Haaren und ihren Symbolen- dem Kamm und dem Krug – in den Händen. An einem Montagnachmittag, als ich die Krypta besuchte, war ich die einzige. Nirgends eine Menschenseele – weder im Verenamünster, noch beim Sodbrunnen auf der anderen Seite noch in der Krypta selbst. Ein wahrer Ort für ein Zwiegespräch mit der Heiligen Frau selbst.




Im Café Höfli gegenüber des Münsters befindet sich ein Museum, dessen Eintritt gratis ist. Nach einem stärkenden Kaffee und einem feinen Stück Kuchen, öffnete man mir die Türe. Auch hier war niemand. Ich durchforschte die Stockwerke. Zuoberst fand ich eine übersichtliche Karte über frühgeschichtliche Fundstätten, neben einigen wenigen ausgestellten Objekten. Interessant waren die Brautkronen im 2. Stock. Das „Tschäppeli“ wurde früher von den Mädchen und Frauen, die geheiratet hatten, am Grabmal der Verena als Votivgabe befestigt. Noch bis Mitte des letzten Jahrhunderts setzten sich die Frauen während des Gebets am Grab ein solches „Tschäppeli“ auf (Information in der Krypta).


Quellen und Links

Derungs, Kurt: Der Kult der heiligen Verena. Auf den Spuren magischer Orte und Heilkräfte. Baden, München 2007, p. 126-138.

Bezirksmuseum Höfli

Heilige und Münster


Sibylle Heimgartner

März 2015